Gartenarbeiten im Herbst: Auf Igel achten!

Die letzten Sonnenstrahlen im Herbst locken Haus- und Schrebergärtner in ihre Gärten. Da steht der Pflegeschnitt für Obstbäume an oder ein Heckenschnitt, allgemeine Aufräumarbeiten und das Zurückschneiden von Stauden. Und der Komposthaufen könnte auch umgesetzt werden… Doch in dieser Jahreszeit ist besondere Vorsicht bei der Gartenarbeit geboten. Denn viele Igel haben vom August bis September noch Junge, halten sich in Verstecken auf und bereiten schon ihre  Winterquartiere vor. Deshalb bitten wir Sie als Gärtner und Gärtnerin um besondere Vorsicht beim Herbstputz in Ihrem Garten.

Herbstlaub und Reisig liegen lassen

Heruntergefallenes Laub, dünne Zweige und Moos sind ideales Dämm-Material für das natürliche Winterquartier der Igel. Werfen Sie deshalb Herbstlaub nicht in den Abfall. Schichten Sie es stattdessen locker auf einen Haufen auf an einer regengeschützten oder abgedeckten Stelle. Das kann auch unter einer Gartenbank oder dem Vordach auf Ihrer Terasse sein. Lassen sie Laubhaufen bis zum Frühling in Ihrem Garten. Danach kann es kompostiert oder als Mulchschicht auf Beeten verwendet werden.

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Vorsicht beim Umsetzen von Komposthaufen

Auch abgedeckte Komposthaufen sind sehr beliebte Schlafplätze für Igel. Falls Sie ihren Komposthaufen umsetzen möchten, gehen Sie bitte sehr vorsichtig vor, denn ein Igel könnte es sich darin gemütlich gemacht haben. Vermeiden Sie deshalb scharfe und spitze Gartengeräte, solange Sie den Komposthaufen nicht sicher auf etwaige Igel überprüft haben. Sonst könnten Sie sie schwer verletzen.

Weil Komposthaufen bei ihrer Verrottung Wärme abgeben, eignen sie sich auch sehr gut als Überwinterungsquartier für Igel. Voraussetzung dafür ist, dass das Material lose genug aufgeschichtet und somit genügend Hohlräume hat (z.B. durch grobe Äste u.ä.). Dadurch können Igel im wärmeren Innenkern des Komposthaufens den Winter gut überstehen. Wenn Sie zusätzlich Ihren Komposthaufen lose mit einer regendichten Plane abdecken, wird er von Igeln als Winterschlafplatz sicher gern angenommen.

Ab dem Herbst wird es für Igel immer schwieriger, noch ausreichend Futter für ihren Winterspeck zu finden. – Foto: pexels | monicore

Der Igel im Frühsommer & Sommer

Naturnahe Gärten, in denen auf Chemie verzichtet wird, sind beliebte Lebensräume für Igel
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Ab Mai sind viele Igel in Paarungslaune. Igelweibchen suchen schon jetzt geeignete Nistplätze, um später ihre Igeljungen aufzuziehen. Ideal sind abgelegene, ungestörte und trockene  Hohlräume unter Hecken und Sträuchern, unter Holzstapeln und Steinhaufen, und auch der warme Komposthaufen wird gern genutzt. Seien Sie deshalb bei der Gartenarbeit jetzt besonders aufmerksam beim Umsetzen von Holzstapeln und Komposthaufen und achten Sie auf potentielle Igelnester und -schlafstellen. Verzichten Sie dabei auf spitze und scharfe Gartengeräte. Besonders Motorsensen, Balken- und Rasenmäher, unbeaufsichtigte Mähroboter aber auch elektrische Heckenscheren werden schlummernden Igeln oft zum Verhängnis und können sie lebensgefährlich bis tödlich verletzen. Deshalb bitte vor den Mäh- und Schnittarbeiten auf Wiesen und unter Hecken vorher kontrollieren, ob sich dort Igel befinden. Mähroboter bitte niemals unbeaufsichtigt oder nachts laufen lassen!

Meist paaren sich Igel im August ein zweites Mal. Auch hier gelten die oben genannten Vorsichtsmaßnahmen und Hinweise zu geeigneten Nistplätzen. Da diese Igeljungen sehr spät im Jahr geboren werden, haben sie kaum noch genügend Zeit, sich ausreichende Reserven für ihren Winterschlaf anzufressen. Deshalb ist es im Herbst bis zum Einbruch der ersten Minusgrade ganz besonders wichtig, jungen Igeln durch Zufütterung zu helfen.

Bei Bedarf zufüttern

Igelweibchen verbrauchen für die erfolgreiche Aufzucht ihrer Jungen eine Menge Kraft- und Fettreserven. Das Nahrungsangebot für Igel hält sich in Gärten  und Parks noch relativ in Grenzen. Besonders das Insektensterben macht den Igeln zu schaffen: sie finden nicht mehr ausreichend Nahrung. Helfen Sie Igeln in Ihrem Garten jetzt durch regelmäßige Zufütterung. Wir haben Ihnen Informationen für geeignetes Igelfutter auf unserer Website zusammengestellt.

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Igel brauchen Wasser

Auch Igel haben Durst und brauchen Wasser, um nicht zu verdursten. Gerade in lang anhaltenden Trockenperioden wie sie derzeit vorkommen (2 Wochen oder länger ohne Regen), ist es essentiell für den Igel, dass er immer Zugang zu einem Schälchen mit Trinkwasser (keine Milch!) hat.