Igel im Winterschlaf

Der Igel im Winterschlaf

Wenn im Spätherbst die Tage kürzer werden und die Tages- und Nachttemperaturen dauerhaft unter 5°C fallen,  geht der Igel in den Winterschlaf. Er überbrückt die kalte Jahreszeit, weil er nun nicht mehr genügend Nahrung findet und ansonsten verhungern würde.

Zuvor hat der sich Igel den ganzen Sommer und Herbst über ein dickes Fettpolster angefressen – vorausgesetzt dass das natürliche Nahrungsangebot
(Käfer, Insekten und deren Larven) in seinem Umfeld das ganze Jahr über ausreichend war.  Dieses Fettpolster ist überlebensnotwendig für den Igel, weil er während des Winterschlafs zwischen 20 bis 40% seines Körpergewichts verliert. Hat er bis zum Winterschlaf nicht ein bestimmtes Mindestgewicht erreicht,  überlebt der Igel den Winter trotz Unterschlupf leider oft nicht.

So helfen Sie dem Igel, gut in den Winter zu kommen

Igel sind normalerweise dämmerungs- und nachtaktive Tiere.  Vor dem eigentlichen Winterschlaf sieht man im Spätherbst und sogar bis in den frühen Winter dennoch vereinzelt Igel, die auch bei Tageslicht herumirren und auf Futtersuche sind.  Sollten Sie im Herbst einen Igel bei Tage beobachten, könnte er möglicherweise Hilfe benötigen. Diese Igel finden jetzt kaum noch natürliches Futter und sollten unbedingt mit zusätzlichem Futter unterstützt werden. Auch ist es sinnvoll, den Igel zu begutachten ob er einen gesunden Eindruck macht. Viele Igel sind in dieser zeit entkräftet, unterernährt oder sogar krank. Wann ein Igel Hilfe braucht erfahren Sie hier.

Natürliche Überwinterungsquartiere für Igel

Ein sicher geschichteter und vor Regen geschützter Holzstapel mit freien Hohlräumen ist ein willkommenes Überwinterungsquartier für Igel

Wenn Sie in Ihrem Garten im Herbst einen Igel beobachten, können Sie ihm über den Winter helfen, indem Sie ihm geeignete Winterschlafstellen zur Verfügung stellen. Ein Haufen aus Laub und Reisig an einer trockenen, geschützten Stelle eignet sich als Schlafplatz ebenso gut wie dichtes Gebüsch und Hecken, die deshalb erst im späten Frühjahr zurückgeschnitten werden.   Auch (abgedeckte) Komposthaufen oder trockene Hohlräume unter Holzstapeln in Gartenhäuschen oder unter Treppen sind prima Winterschlafplätze für Igel.

 

 

Schon im Herbst trägt der Igel warmes Polstermaterial in sein geschütztes Winternest

Lassen Sie deshalb Blätter, Moos, Gestrüpp und Zweige im Garten liegen, denn diese Materialien nutzen Igel, um ihre Nester zu isolieren und sich während des Winterschlafs darin einzukugeln. Aus diesem Grund sollten Kompost- und Reisighaufen im Herbst nicht mehr umgesetzt oder beseitigt werden. Sollte dies dennoch nötig sein, gehen Sie bitte vorsichtig vor und überprüfen Sie vorher, ob sich nicht bereits ein Igelnest darin befindet.  Benutzen sie hierfür bitte keine spitzen oder scharfen Gartengeräte, der Igel könnte durch sie verletzt werden.

 

 

Igelhäuser als Unterschlupf für den Winter

Selbstgebautes Igelschlafhaus im Überwinterungsgehege. Der zusätzliche Käfig schützt den Igel in seinem Winterschlaf vor ungebetenen Gästen
Foto: Uwe Klabuhn

Eine weitere Möglichkeit sind natürlich gekaufte Igelhäuschen, gern auch Marke Eigenbau. Wir haben zwar die Erfahrung gemacht, dass natürliche Winterschlafplätze und Verstecke vom Wildtier Igel bevorzugt genutzt werden. Dennoch sind künstliche Igelhäuser eine gute Möglichkeit, Igeln einen zusätzlichen Schlafplatz für den Winter anzubieten. Manchmal werden diese Häuser auch gern im Sommer von Igeln als Versteck genutzt in dem sie den Tag verschlafen.

 

Worauf ist beim Kauf oder Eigenbau eines Igelhäuschens zu achten?

1. Das richtige Material

Das Igelschlafhaus sollte aus wetterbeständigem und natürlich isolierendem Material bestehen und Regen und Frost gut trotzen. Hierfür sind Holzbretter in ausreichender Dicke (mind. 15 mm wegen Isolierwirkung), beschichtet mit Leinöl oder einer biologischen Wetterschutzfarbe sehr gut geeignet. Wer die Isolationswirkung noch weiter verbessern will, baut sein Igelhaus am besten gleich doppelwandig. Wir haben beim Eigenbau unserer Igelhäuser z.B. sehr gute Erfahrungen mit Siebdruckplatten gemacht.
Metall, Plastik oder Glas haben eine schlechte Isolationswirkung. Zudem kann eventuell entstehende Feuchtigkeit nicht natürlich entweichen, würde an der Innenwand kondensieren und kann zu Schimmelbildung führen.  Das Material sollte also „atmungsaktiv“ sein,  gleichzeitig aber vor Regen und Schnee von oben schützen.

2. Gut geschützter Eingang

Im Innenbereich sollte das Igelschlafhaus – insbesondere Winterschlafhäuschen – einen sogenannten Labyrintheingang haben.  Diese zusätzliche Zwischenwand im Inneren hält unliebsame Gäste draußen und schützt den Igel vor Störenfrieden. Schlafhäuser mit einer solchen Zwischenwand im Inneren werden erfahrungsgemäß eher von Igeln angenommen.
Damit der Igel im Schlaf nicht von größeren Tieren oder unseren Haustieren überrascht wird, sollte die Größe der Eingangsöffnung maximal 10 x 10 cm betragen.

3. Wetterfeste Abdeckung

Das Dach sollte mit einer regensicheren Abdeckung geschützt sein. Regen und Schmelzwasser sollte nicht durch die Decke eindringen können. Dies kann auf dem Dach befestigte Dachpappe sein, im Winter tut es zur Not auch eine Abdeckung mit einer Plane oder Resten einer Terassenüberdachung (Stegplatte, Wellplatte) sein.  Im Idealfall lässt sich die Überdachung einfach öffnen oder abnehmen, das erleichert die Reinigung des Igelhauses nach dem Winterschlaf enorm.

4. Material fürs Winternest

Für ein gemütliches Winterschlafnest kann trockenes Stroh in das Schlafhaus gegeben werden. Die hohlen Halme sind sehr gute Wärmespeicher und recht robust gegen Schimmel und Fäulnis. Heu, Holzspähne oder Papierschnipsel sind aufgrund der Schimmelgefahr nicht geeignet.
Der Igel wird sich beim Bau seines Winternestes bei Bedarf noch weiteres Material wie trockenes Laub und Moos in sein Schlafhaus tragen.  Überlassen Sie diese Entscheidung aber am besten dem Igel und geben Sie kein zusätzliches Laub oder Moos mit ins Häuschen.

5. Der richtige Standort

Igel sind bei der Wahl ihrer Schlafplätze sehr vorsichtig und machen ungern ihr Nickerchen auf dem Präsentierteller. Für ihren Winterschlaf bevorzugen Igel entsprechend ihrer Natur und zum Schutz vor Feinden geschützte, ungestörte und etwas versteckte Plätze.  Platzieren Sie das Igelschlafhaus in eine ruhige Ecke ihres Gartens, idealerweise unter oder vor Hecken und Gehölzen.
Für die perfekte Tarnung sorgen Äste, Reisig und Laub, mit denen das Igelhaus abgedeckt wird. Sie sind darüber hinaus eine sehr gute, zusätzliche Isolationsschicht, die das Innere des Schlafhauses warm halten.