Der Igel im Frühsommer

Naturnahe Gärten, in denen auf Chemie verzichtet wird, sind beliebte Lebensräume für Igel

Ab Mai sind viele Igel in Paarungslaune. Igelweibchen suchen schon jetzt geeignete Nistplätze, um später ihre Igeljungen aufzuziehen. Ideal sind abgelegene, ungestörte und trockene  Hohlräume unter Hecken und Sträuchern, unter Holzstapeln und Steinhaufen, und auch der warme Komposthaufen wird gern genutzt. Seien Sie deshalb bei der Gartenarbeit jetzt besonders aufmerksam beim Umsetzen von Holzstapeln und Komposthaufen und achten Sie auf potentielle Igelnester und -schlafstellen. Verzichten Sie dabei auf spitze und scharfe Gartengeräte. Besonders Motorsensen, Balken- und Rasenmäher, unbeaufsichtigte Mäh-Roboter aber auch elektrische Heckenscheren werden schlummernden Igeln oft zum Verhängnis und können sie lebensgefährlich bis tödlich verletzen. Deshalb bitte vor den Mäh- und Schnittarbeiten auf Wiesen und unter Hecken vorher kontrollieren, ob sich dort Igel befinden.

Bei Bedarf zufüttern

Igelweibchen verbrauchen für die erfolgreiche Aufzucht ihrer Jungen eine Menge Kraft- und Fettreserven. Das Nahrungsangebot für Igel hält sich in Gärten  und Parks noch relativ in Grenzen. Besonders das Insektensterben macht den Igeln zu schaffen: sie finden nicht mehr ausreichend Nahrung. Helfen Sie Igeln in Ihrem Garten jetzt durch regelmäßige Zufütterung. Wir haben Ihnen Informationen für geeignetes Igelfutter auf unserer Website zusammengestellt.

Igel brauchen Wasser

Auch Igel haben Durst und brauchen Wasser, um nicht zu verdursten. Gerade in lang anhaltenden Trockenperioden wie sie derzeit vorkommen (2 Wochen oder länger ohne Regen), ist es essentiell für den Igel, dass er immer Zugang zu einem Schälchen mit Trinkwasser (keine Milch!) hat.

Igel an Schulen

Igel in Pflege
Igel sind geschützte Wildtiere. Jeder Kontakt mit dem Menschen bedeutet für den Igel Stress und Angst

Wir erhalten regelmäßig Anfragen von Schulen oder Kindertagesstätten, ob wir nicht Lust hätten, vor Ort etwas über Igel zu erzählen und das Wildtier Igel den Kindern somit näher zu bringen. Nichts lieber als das. Nehmen Sie in solchen Fällen gern Kontakt zu uns auf.

Manchmal werden wir dabei auch gefragt, ob wir nicht einen lebendigen Igel mitbringen könnten, damit die Kinder ihn einfach mal „in echt“ sehen können oder auch mal streicheln. Wir verstehen diese Intention durchaus, jedoch müssen wir diese Idee regelmäßig ablehnen. Und das hat gute Gründe. Wir bitten Sie daher für die Zukunft, von derartigen Bitten im Sinne des Igels abzusehen.

Igelhilfe ja, aber im Sinne des Igels

  • Wildtier Igel: Igel sind wildlebende Tiere und keine Haustiere. Das möchten wir auch an die Kinder vermitteln. Igel sind streng geschützt und müssen nach erfolgter Genesung so schnell wie möglich wieder in ihren natürlichen Lebensraum zurückverbracht werden. Dort gehört der Igel hin und dort fühlt er sich wohl. Aus diesen Gründen haben wir ohnehin keine gesunden Igel, denen wir eine solche Strapaze darüber hinaus auch einfach nicht zumuten möchten.

  • Igel in Pflege: Igel die sich bei uns in Pflege befinden, sind entweder geschwächt, verletzt oder krank. Sie benötigen fast ununterbrochen Pflege und vor allem Ruhe, damit sie möglichst schnell wieder gesund und in die Natur ausgewildert werden können. Es ist daher nur verständlich, dass wir deshalb keine Igel zu Demonstrationszwecken transportieren.

  • Stress für den Igel: Jede Entnahme eines Pflege-Igels aus seinem Gehege und der Transport in Transportkäfigen – selbst zum Tierarzt – bedeutet für den Igel immer Stress. Er kennt die Umgebung nicht, weiß nicht was mit ihm gerade passiert und auch die ungewohnten Geräusche belasten den Igel nur unnötig und strengen ihn an. Wir möchten Igeln, die sich bei uns vorübergehend in Pflege befinden, vor jeden unnötigen Stress bewahren.

Wir sind uns sicher, dass die Kinder Ihrer Schule oder KiTa unsere Bedenken verstehen werden. Erklären sie ihnen, weshalb der Igel kein „Streicheltier“ sondern ein geschütztes Wildtier ist und dass das Mitbringen in Ihre Einrichtung ihn nur unnötig ängstigen und stressen würde. Unsere oben genannten Argumente sind dabei sicher hilfreich und werden bei den Kindern eher Mitgefühl für den Igel und damit Verständnis hervorrufen.